Das Kreuz mit den Glasglocken

02.04.2015 18:00  Von: Johanna Spielberg

Glasglocken sind heute eigentlich nichts besonderes mehr, schließlich bekommt man neue Glasglocken fast überall. Und sie sind auch immer besonders schön, man kann eigentlich schnell etwas dekorativ unterbringen, ohne sich wirklich lange Mühe geben zu müssen. Danach ist es staubfrei verpackt und sieht einfach toll aus.

Die Glasglocke eine Deko-Allrounder für jeden Haushalt

Ursprünglich sollten filigrane Figuren oder Uhren von der Kuppel geschützt werden, heute verleiht der Glassturz selbst einfachen Gegenständen eine besondere Ausstrahlung. Weil es so einfach ist, eine Glasglocke zu füllen, ist sie eigentlich wirklich für jeden geeignet. Und während man dekorative Arrangements normalerweise immer abstauben muss, ist die Deko in der Glasglocke einmal fertig und kann dann so lange dort überdauern, bis man einen Wechsel vornehmen möchte. Das ganze verhält sich ein bisschen wie Frischhaltefolie. Deren Praktikabilität hat sie ja auch zu einem Dauerbrenner in jeder Küche werden lassen.

Aber neu ist eben nicht alt

Wirklich schön sind Glasglocken aber vor allem, wenn sie alt sind. Weil sie dann eben wirklichen Seltenheitswert haben. Manchmal findet man bei der eigenen Großmutter noch einmal eine alte Glasglocke. Doch häufig ist das Glas kaputt, hat einen Sprung oder wurde schon durch ein neues nicht mehr ganz passendes Glas ersetzt. Wenigstens kommen so die alten Füße noch zum Einsatz, denn auch diese sind besonders schön. Sie haben nicht selten Macken und kleine Marken am Lack – und genau das macht sie aus. Trotzdem sind die alten Gläser selbst eben auch etwas ganz besonderes. Weil das Glas nicht perfekt ist, es gibt vielleicht kleine Lufteinschlüsse oder auch Unebenheiten. Es ist wie eine alte Glasscheibe so besonders anzuschauen, dass man es eben so genießen möchte.

Ein Glassturz als Teil einer besonderen Dekoration

Ein Glassturz alleine ist schon eine wundervolle Dekoration, aber wirklich zur Geltung kommt er erst in einer Gruppe – also wie auf unserem Bild mit den verschiedenen Christuskreuzen unter Glasstürzen oder auch in einer gemischten Gruppe. Hier kann man, je nachdem wie nah der Betrachter kommen kann, auch alte und neue Glasstürze miteinander kombinieren. Diese sehr schönen neuen Glasstürze haben einen besonders aufwendigen Fuß und gleichen damit sehr den alten Glasstürzen. Bei einem klaren Vorteil: sie sind einfach viel günstiger. Für einen alten Glassturz ohne dekorative Füllung zahlt man nicht selten mehrere hundert Euro. Gerade in Belgien findet man sie häufiger in kleinen Antiquitätengeschäften und auch auf den luxuriösen Flohmärkten. Wem das zu teuer ist, der ist aber mit einem gut gemachten neuen Glassturz auch sehr gut bedient, wenn dieser einen schönen und aufwendig gestalteten Fuß hat.

Der Glassturz als Start einer neuen Rubrik: die Wunderkammer auf yooyama

Seit einigen Tagen haben wir den yooyama Laden eröffnet und mit unserem Einzug zogen auch mehrere Christusstatuen unter alten Glasstürzen ein. Nicht jeder glaubte uns, aber wir waren uns sicher: Diese Glasstürze sind etwas ganz besonderes. Sie mögen polarisieren. Es mag Menschen geben, die sie altmodisch und altbacken finden. Aber sie haben eine gewisse Tradition. Und damit wollen wir eine neue Rubrik eröffnen, die der Wunderkammer einen eigenen Raum bietet.

Die Wunderkammer – eine Idee in ihrer Zeit in unserer Zeit

Eine Wunderkammer war in einer längst vergessenen Zeit ein Raum, in dem gesammelt wurde. Dabei mussten die Gegenstände nicht zueinander passen, was auch immer das heissen mag. Reiche Bürger oder Adelige sammelten um des Sammelns willen, Gegenstände, die es zu bewundern galt. Darunter waren Kunstgegenstände aber auch Naturalien, so fand man Korallen, Narwalzähne (die man nicht selten für das Horn eines Einhorns hielt), Handwerksgegenstände aus fremden Kulturen, Schnitzerein, Messinstrumente, Globen, Spiegel oder Glasobjekte und so vieles mehr. Aber was würde man heutein eine Wunderkammer stellen, gibt es doch so viele Errungenschaften, die man einfach bewundern möchte. Und wenn man an sich selbst denkt, so wird in einer eigenen kleinen Wunderkammer sicher auch der eine oder andere Gegenständ Einzug finden, der eine Erinnerung ist. In die yooyama Wunderkammer stellen wir nun als erstes das Kruzifix unter der Glasglocke – und es werden noch viele Gegenstände folgen.

Das Kruzifix unter einem Glassturz: Ein gewollter Stilbruch mit Aha Effekt

Die klassische Glassturz-Variante mit Kruzifix eignet sich vor allem in der Osterzeit als Dekorationsgegenstand und stellt eine willkommene Abwechslung zum typischen Osterschmuck dar. Das antike, vergoldete Kruzifix stammt aus der zweiten Hälfte des 19. Jahrhunderts und ist Teil der sakralen Volkskunst. Besonders interessant ist die Kombination der verschiedenen Materialien: das Kreuz ist aus Holz geschnitzt und in feinem Metall gearbeitet. Die Jesusstatue besteht aus weißem Biskuitporzellan und thront auf einer ebenfalls vergoldeten Altarmensa. Umgeben wird die Heiligenfigur von einer Glaskuppel, die auf einem Sockel aus geschwärztem Holz steht. Im Biedermeier verbreitet, ist er heute eher eine Rarität, und dementsprechend hoch wird er gehandelt. Und in modernen Einrichtungen ist der Glassturz weder altmodisch noch altbacken! Man muss sich nur trauen und es ausprobieren.


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