Das Last Minute Plätzchen

21.12.2013 09:00  Von: Johanna Spielberg

blog2014_100-VorschauDer vierte Advent kam in diesem Jahr besonders plötzlich, finde ich jedenfalls. Man kann sich einfach nicht darauf einstellen. Und doch ist es plätzchentechnisch bei uns wieder mal sehr leergeknuspert. Es war aber auch alles so lecker!

Wir haben doch keine Zeit mehr ... 

So kurz vor Heiligabend muss aber nun alles schneller gehen. Und hier haben wir einen evergreen, mit dem man eigentlich immer mal ein schnelles Plätzchen zaubern kann. Man braucht wirklich nur Butter (da ist sie wieder), Mehl und Zucker für das Grundrezept. Und zwar nicht für Heidesand sondern für Shortbread, das ist die englische Version. Mein absolutes Lieblingsplätzchen, ich finde es gibt nichts einfacheres und besseres.

Eine echte Tradition ohne großes Tamtam

Shortbread gibt es im englischen Raum eigentlich in vielen Varianten. Zunächst einmal sind da die ganz normalen, die aussehen wie ein schnöder Heidesand und sicherlich auch nichts anderes sind. Dann gibt es Shortbread Finger, die sich unglaublich gut verpacken lassen, weil sie einfach eckig und flach sind. Die perfekte Lösung für eckige Keksdosen, schließlich ärgert sich doch jeder über unnötig viel Luft in einer Keksdose. Oder etwa nicht? Die einfachste und schnellste Variante ist aber, einfach aus dem Keksteig eine lange Wurst zu formen, diese einmal in Zucker zu wälzen und dann nur dünne Scheiben vom Teig abzuschneiden. Eben doch ein bisschen wie Heidesand, schnell, unkompliziert und deshalb doch nicht weniger lecker. icon_biggrin

Und vorbereiten kann man sie auch

blog2014_100-005Außerdem kann man den vorbereiteten Keksteig einfach schon in der „Wurstform“ zwei oder drei Tage im Kühlschrank aufbewahren oder auch einfach in der Tiefkühltruhe lagern. Und wenn man dann Lust auf ein warmes Plätzchen und den herrlichen Duft hat, ein paar gezielte Schnitte, wenige Minuten im Backofen und *Tatahhh*: Ein grandioser Keks! Außerdem gibt es allerlei Füllungen, wie etwa Schokolade, Nüsse oder auch getrocknete Früchte. Dann kann man sie auch mit Sahnetoffees füllen, also die guten Sahne-Muh-Muhs, die wir ja schon am Zweiten Advent verbacken haben. Eine sehr schöne und erwachsene Version davon ist, einfach Butter Scotch zu nehmen, also Sahne Toffees, die mit Whiskey abgerundet sind. *hicks*

Aber in diesem Jahr haben wir ja beschlossen, Süßigkeiten zu backen, und die Sahne-Muh-Muhs hatten wir ja schon. Es muss also etwas anderes her, und dann fielen uns diese chinesischen Ingwerbonbons ein. Diese scharf-süßen Bonbons, von denen ich immer wieder behaupte, dass sie selbstverständlich unglaublich gesund sein müssen. Und dann kleben sie doch immer in den Zähnen, was mit Sicherheit nicht im Sinne von Dr. Best und seiner Zahnarztfrau ist.

Shortbread als Grundlage für alles

Der Name dieser Plätzchen, die es tatsächlich annähernd so gibt, wie wir uns das gerade vorstellen, ist Stem Ginger Shortbread. Man braucht einen normalen Shortbreadteig und kandierten Ingwer. Und diese Ingwerbonbons sind zwar aus Ingwersirup, aber das ist ja praktisch nichts anderes als kandierter Ingwer. Und Ingwer ist im Winter so ein tolles Gewürz, aber in Deutschland einfach sehr unterprivilegiert. Viele denken nur an das letzte chinesische Essen oder den Haufen Gari neben dem Sushi – nicht das Grüne, das andere!

Und Ingwer kann noch so viel mehr

Aber Ingwer ist so viel mehr. Ein Apfelkompott schmeckt plötzlich nach so viel mehr als nur eingemachtem Granny Smith, wenn man nur etwas frischen Ingwer in den Kompott reibt. Wer braucht dann noch Vanillesauce, wenn so eine wunderbare Geschmacksnote dazu kommt? Also NATÜRLICH darf man auch noch literweise Vanillesauce dazu nehmen, aber theoretisch ist das nicht mehr nötig. Äpfel und Ingwer sind immer eine großartige Kombination. Das gleiche gilt übrigens für schrecklich eintönig schmeckenden Rhabarber. Dieses Mal ist es tatsächlich ein Rezept, welches ich Aline zeigen konnte. Kann ich auch mal was. icon_biggrin Und angefangen hat alles damit, dass ich einen Blick in ihre grandiose Speisekammer werfen durfte. Da gibt es wirklich eine Menge zu entdecken. Und das erste, was mir ins Auge fiel, waren selbstverständlich die ganzen Cupcakepapiere und Cupcakezutaten. Und da war dieses Tütchen kandierten Ingwers. „Brauchst Du das für irgendetwas bestimmtes?“ fragte ich, und Alines Antwort war wunderbar für mich und mein Shortbread Herz: „Ja ach, ich weiß auch nicht. Ich wollte da mal etwas mit machen, und dann habe ich aber irgendwie alles andere verwendet, und jetzt liegt der Ingwer da schon ewig in der Speisekammer!“ … „Dann muss ich Dir jetzt mal was zeigen, das schnellste Plätzchen der Welt!“

Und hier geht es wie immer zum Rezept: StemGingerShortbread_Rezept


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