Gebackene Orangenstäbchen

14.12.2013 08:00  Von: yooyama

Ein Blick in den Kalender sowie auf den Adventskranz und -kalender können einem kurzzeitig die Schweißperlen auf die Stirn treiben. Es ist der dritte Advent. Und wie sieht es aus? Ist alles schon vorbereitet? Sind alle Geschenke schon gekauft und vor allem alle Plätzchen schon gebacken? Wahrscheinlich nicht. Und wenn ja, dann heisst es ja nicht, dass die Keksdosen noch mit Vorräten gefüllt sind. Bei einem kleineren Futteranfall kann das manchmal ja schneller gehen, als einem selbst und der Personenwaage lieb ist.

Aline – wie immer der Retter in der Not

Aber wozu haben wir eigentlich Aline? Sie steht eigentlich immer mit einem passenden Rezept vor der Tür, und jedes Mal erinnert es mich an etwas. Beim letzten Mal waren es die Sahne-Muh-Muhs im Teigmantel, und heute backt Aline einfach mal ein mürbes Orangenstäbchen für uns. Und vor allem mit mir zusammen, ich steche nämlich für mein Leben gerne Plätzchen aus.

blog2014_099-002Kurze Konzentration bitte ...

Aline hat den schokoladigen Mürbeteig schon vorbereitet, als ich in ihre Küche komme. Jedenfalls glaube ich zu diesem Zeitpunkt noch, es handele sich um schlichte Schokoladenplätzchen. Weit gefehlt – und vor allem, wie konnte ich das wirklich denken? Bei einem oder zwei Gläschen Glühwein vergessen wir unglücklicherweise die Zeit und schockgefrieren so den Plätzchenteig. Noch ein bisschen Glühwein, und der Plätzchenteig an einem warmen Ort, führt aber dazu, dass man ihn durchaus verwenden und verarbeiten kann. Und dann rieche ich auch endlich, was mich erwartet.

Mürbeteig als Grundlage – schnell und effektiv

Ein normaler Mürbeteig riecht herrlich nach Butter – hier ist ja sicherlich schon aufgefallen, dass ich ein großer und bekennender Freund von Julia Child bin und demnach Butter ebenfalls treu ergeben und schwer verfallen bin. Als ich den Teig aber sehe, weiß ich selbstverständlich, dass er mit Schokolade gemacht ist. Dunkel liegt er schockgefroren da. Und je mehr er auftaut, desto mehr offenbart er sein Geheimnis. Kennt Ihr noch Orangenstäbchen? Diese Süßigkeit, die ich exakt einmal im Jahr dringend brauche und dann wieder monatelang verschmähe? Diese Schokoladenstäbchen, die man aufknabbert, und bei denen man sogleich den Orangensirup im Mund schmeckt?

Orangenstäbchen – irgendetwas zwischen Genuss und Horror

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Diese Orangenstäbchen sind wirklich ein Mysterium, weil man sie irgendwie liebt und dann doch auch wieder nicht. Der Sirup ist klebrig und eigentlich viel zu süß, der Biss in eine Orange sicherlich gesünder. Aber warum nicht, hier und da darf eine Sünde sogar teuflisch sein.

Der Plätzchenteig duftete also mehr und mehr nach Orangen, und Aline verschwand in Ihrem Speisekämmerchen, weil sie mir noch etwas zeigen wollte. Sie kam hinaus, lachte und hielt in den Händen ein Glas Orangenmarmelade. Wieder einer der kulinarischen Genüsse, die sich nur einem Teil der Menschheit eröffnen. Mir übrigens besonders gerne und hoffentlich häufig. Ich liebe Orangenmarmelade auf gesalzener Butter und einem Toast. Wenn der dann bitte auch noch ohne Kruste ist, ist mein Tag eigentlich schon gerettet. Egal, was Aline vorhatte, es musste perfekt werden – da war ich mir sicher!

Türnchenplätzchen – fruchtiger Genuß

Es wurden also Plätzchen für Türmchenplätzchen ausgestochen. Also sollten sie nicht zu dick werden und nicht zu dünn. Und vor allem braucht man bei diesen Türmchen ja immer die zweite Etage, die dann mit der Orangenmarmelade zusammengeklebt werden muss. Aber wie gesagt, ich bin da ein dankbarer Helfer, weil ich schon als Kleinkind sehr gerne Plätzchen ausgestochen habe.

Im Backofen entwickelte sich das Aroma erst richtig – und im Mund. Ich kann es nicht beschreiben, backt es einfach nach! Das Rezept findet Ihr wie immer hier: GebackeneOrangenstaebchen_Rezept

Ach, und nächste Woche zeige ich übrigens Aline das erste Mal ein Rezept von mir, seid gespannt. Und weil wir ja hier ständig Süßigkeiten backen…! Kennt Ihr die chinesischen kleinen Ingwerbonbons? Das geht auch als Plätzchen! :-)


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