Reisetipp: Ferien für einen Tag

18.09.2018 11:00  Von: Johanna Spielberg

Endlich wieder ein Reisetipp, und es geht ins Vabali Spa in Düsseldorf. Es war ein entspannter Tag in liebevoll gestalteter Umgebung. So erholsam! Wenn man mal keine Zeit für echte Ferien am Meer oder in den Bergen hat, ist ein Aufenthalt in einem Spa immer toll. Und dieses Spa ist einfach rundum gelungen. Man kümmert sich toll um einen, die Räume laden zum lesen, schlafen, dösen und entspannen ein, es gibt unzählige Saunaaufgüsse und einen wunderschönen Massagebereich. Und wer lieber ein bisschen Privatsphäre genießen will, kann auch einen privaten Spa Raum mieten. Und jetzt geht es los ... 

Ein Spa mitten in NRW – super schnell erreichbar

Es gibt schon ein Vabali Spa in Berlin, und in Köln betreibt der Eigentümer das wunderbare Neptunbad (auch dringend einen Besuch wert!) in einem alten Stadtbad, und schon alleine das macht Spaß. Das Vabali Spa aber ist mitten im Nichts, also für den Großstädter gefühlt. Es liegt zwischen Düsseldorf und Hilden an einem alten Baggersee, der inzwischen wunderbar renaturiert wurde und als Naturschutzgebiet einen ganz großartigen Ausblick bietet. Vielleicht würde ich auch gerne im See schwimmen, ich gebe es zu, aber der Ausblick ist so wunderbar, dass der Pool absolut ausreichend ist.

Ein Neubau und doch mit so viel Liebe zum Detail

Das Vabali Spa ist also ein Neubau – um genau zu sein, es besteht aus vielen größeren und kleineren Häusern und Hütten, die alle aus Stein und Holz gebaut sind. Die Dächer erinnern an Bali – daher VaBALI – und sogar die verbauten Hölzer sind aus Bali importiert. Die Hölzer sind authentisch balinesisch, und die Verzierungen teilweise erst in Düsseldorf gemacht worden – von indonesischen Schnitzern. Aber es gibt auch viel alte Bauelemente, die mit eingebracht werden, alte Türen, Fensterrahmen aber auch Schalen und Statuen. Überall stehen Statuen. Und ich liebe die beiden Schweine am Außenpool.

Schwimmen und Sauna – vom allem etwas

Wenn wir als yooyama schon einen Betriebsausflug machen, dann muss er sich auch lohnen. Also haben wir direkt einen ganzen Tag im Vabali Spa verbracht, und vielleicht denkt Ihr jetzt "Oh ne, wie öde!". Ja, ich kann nachvollziehen was Ihr meint, aber es stimmt tatsächlich nicht. Und ich bin, wie Ihr wisst, nicht so der Badewannentyp – auch kann ich mich nicht einfach irgendwo hinsetzen und ins Leere starren. Ich habe also meinen beleuchtbaren Kindle voll aufgeladen  – eine integrierte Leselampe ist tatsächlich nicht schlecht, denn die Räume sind recht dunkel, und nicht überall sind Leselampen verfügbar – und dann habe ich das alles einmal auf mich zukommen lassen. Und es war toll, ich habe wirklich JEDEN Raum ausprobiert, jeden Liegentyp probegelegen (ICH SAGE NUR WASSERBETT!) und war in jedem Becken, in jeder Sauna und habe sogar das kneipsche Wassertreten nicht ausgelassen. Herrlich!

Von großzügig gestaltet bis zur Gefahr, sich zu verlaufen

Das Vabali Spa ist riesig und ein bisschen verwinkelt. Was ich ganz angenehm finde, schließlich lebe ich schon sehr lange in Düsseldorf, und wenn ich sauniere – um genau zu sein textilfrei sauniere – möchte ich nicht vollgequatscht werden. Um genau zu sein, möchte ich genau das Gegenteil, ich will wirklich meine Ruhe haben! Ich nehme übrigens in solchen Fällen immer meine Brille ab, ich werde nicht so schnell erkannt, und ich erkenne ohnehin niemanden, was das etwas dusselig durch Menschen durchschauen sehr viel einfacher macht . Für die liebevolle Gestaltung ist das allerdings ein bisschen schade, und abends nach Sonnenuntergang habe ich die Brille lieber wieder angezogen, um nicht die Treppe zur Kräutersauna herunterzufallen. Aber man ist immer kurz davor sich zu verlaufen, weil es wirklich groß ist. Und ich habe natürlich auch direkt meinen Lageplan verloren und wollte mir keinen neuen holen. Aber man kann sich tatsächlich aus dem Weg gegen. Wenn man nicht stundenlang im zentralen Außenpool liegen will, dann wird man auch wirklich schlecht gefunden. Die Räume sind wirklich abgedunkelt, und die Spa Etikette entspricht ja auch einem "Nicht jeden mit den Augen auszuziehen – also muss man ja auch nicht, ist ja textilfrei". Also jedenfalls so halbwegs, man wird gebeten, einen Bademantel zu tragen und daran hält sich auch jeder, es ist also eine sehr zurückhaltende Atmosphäre. Und wer es lieber ganz privat will, kann auch ein Private Spa buchen, mit eigener Badewanne und Anwendungen. 

Warum Du das Vabali unbedingt besuchen solltest
  1. Saunieren und Baden ist anstrengend. Du wirst völlig erschöpft abends ins Bett fallen – und ich war auch einen Tag danach noch etwas erschöpft, aber jetzt, zwei Tage später und nach einem wirklich langen Abend gestern (Stichwort Steuererklärung), bin ich heute top fit und hypererholt! Herrlich! Es war ein Tag und fühlt sich an wie ein paar Tage am Meer, ich mache das also auf alle Fälle wieder! Kurzurlaub mit schneller Anreise, was will man eigentlich mehr?!?
  2. Das Vabali ist wirklich hübsch eingerichtet, und alles wirkt sehr sauber! Man hat niemals das Gefühl, dass man irgendwo nicht baden möchte, weil es irgendwie ekelig wäre. Im Gegenteil, es ist alles sehr schön sauber, toll! Überall wächst Bambus, und jetzt ist das Vabali noch sehr neu, der frisch angelegte Garten hat sich durch einen extrem heissen Sommer kämpfen müssen, aber wenn das erst mal alles richtig toll eingewachsen ist. Ich kann es mir kaum schöner vorstellen!
  3. Das Angebot an Saunen ist wirklich unglaublich, es ist für jeden etwas dabei, vom Dampfbad mit entspannten 40° C bis zur Trockensauna mit 95° C findet jeder seinen Platz. Meine absoluten Favoriten sind die Kräutersauna Bali Boreh, das Dampfbad Batur, die Seesauna Danau mit ihrem wunderbaren Ausblick über den See (dicht gefolgt von der Panoramasauna Pandangan im Obergeschoss) und Santai – die Loungesauna.
  4. Die Duschen – also eigentlich dachte ich erst "Ach ja, okay ne Dusche!", aber dann habe ich das Duschenhaus draußen gefunden und DANN auch noch die kleine Dusche im Obergeschoss auf dem Balkon. Und das finde ich ja ganz toll, draußen duschen! Wunderbar!
  5. Es gibt so viele Liege- und Ausruhmöglichkeiten, dass man sich nicht entscheiden kann. Probiert auf alle Fälle die Wasserbetten, ihr werdet schlummern wie auf Wolken. Dann habe ich auch noch einige Zeit mit meinem Kindle am Kamin gesessen – gut, das Knistern fehlt, er ist Gasbetrieben, aber es ist wirklich gemütlich dort! Bleibt also ruhig einen ganzen Tag und genießt die Ruhe, es wird Euch wirklich aufbauen!
  6. Das Wasser trocknet die Haut nicht unnötig aus, es ist zwar kein Thermalwasser, aber es ist eben auch nicht überchlort und ekelhaft. Herrlich, wenn man einfach mal eine Stunde lang am Rand des Infinity Pools steht und auf den Elbsee schaut.
  7. Und damit sind wir schon beim nächsten Punkt: der Ausblick! Geht auf alle Fälle auch in die obere Etage, der Ausblick über den See ist herrlich! Das war mal ein Baggersee? Mir vollkommen wurscht, der ist wirklich schön angelegt. Auf der linken Seite dümpeln ein paar Segelboote, die eine Sondergenehmigung für das Naturschutzgebiet haben und das ganze irgendwie noch ein bisschen romantischer macht.
  8. Das Licht am Abend ist wunderbar und plötzlich flackern kleine Kerzen in den Hauswänden. Die sind natürlich per LED betrieben und gehen auf Knopfdruck an, aber man kann jetzt auch nicht verlangen, dass da stundenlang alle Kerzen einzeln angezündet werden. Ich hatte ja keine Brille auf, vielleicht ist es mir deshalb nicht negativ aufgefallen. Es sieht wirklich schön aus. Überhaupt sind auch die Hängelaternen ein Traum, ich habe spontan beschlossen, dass unsere Loggia ein dringendes Facelift braucht (dabei fällt mir gerade noch das draußen duschen wieder ein ...).
  9. Ihr wollt spontan doch noch eine Massage buchen? Kein Problem, es gibt Bildschirme, an denen man es einfach nachholen kann. Und mit einer Art personalisiertem Schlüssel (sieht aus wie eine Swatch), wird es direkt auf Euch gebucht, und Ihr zahlt alles beim Verlassen der Anlage. Und bei gutem Wetter sind die Massagen draußen zwischen leicht wehenden Gazevorhängen. Also ich habe in dem Augenblick nicht gedacht, dass ich in meiner Heimatstadt bin. Einfach toll und preislich absolut angemessen.
  10. Der Aufenthalt macht auch hungig, wenn Ihr jetzt aber an die Pommesbude im ortlichen Freibad denkt – weit gefehlt. Es ist wirklich lecker, wir haben einiges probiert, und alles war sehr gut zubereitet. Die Schnelligkeit mit der das Essen auf dem Tisch stand, zeigt mir, dass schon auch einiges vorbereitet ist, aber trotzdem sind die "frischen" Komponenten knackig und liegen nicht schon stundenlang herum. Die Thom Ka Gai Suppe wird also erst bei der Bestellung zusammengesetzt, das Gemüse ist ausgesprochen knackig, und dann darf die eigentliche Suppe (also das Flüssige) auch gerne vorbereitet sein, so ist das in der Gastro nun einmal, und wenn wir zu Hause Gäste haben, mache ich das auch so.
Und trotzdem solltest Du das Vabali besuchen

Natürlich gibt es auch Kritikpunkte, alles andere wäre unrealistisch. Aber jeder empfindet sie anders, trotzdem will ich hier wenigstens ein paar kleine Kritikpunkte anbringen.

  1. Das Vabali ist in den Schwimmbädern textilfrei – überhaupt nicht meins. Aber es interessiert niemanden. Man wird nicht begafft, man wird eigentlich in Ruhe gelassen. Also sollte es Dich auch nicht interessieren, man muss es nur wissen. Und nach der ersten Viertelstunde war es sogar mir egal.
  2. Die Saunaaufgüsse sind toll, aber auch gut besucht – ich persönlich schwitze nicht so gerne dicht gedrängt, dann verpasse ich aber die tollen Aufgüsse. Aber die Kräutersauna duftet beispielsweise immer toll, und die Loungesauna macht auch so Spaß – ein kleiner Trick: Wenn Ihr lieber alleine sauniert, geht nach dem Aufguß in exakt diese Sauna, die ist dann viel leerer.
  3. Es gibt nur ein Tauchbecken draußen, das ist ein bisschen wenig – aber das tolle Duschenhaus hat noch eine Art Kalt-Wasser-Guss, man zieht an einem Seil und ein Eimer Wasser entlädt sich über Dir. Finde ich eigentlich noch toller!
  4. Der Raucherbereich liegt für meine Begriffe ein bisschen zu zentral – ich habe eine ausgeprochen gute Nase, kam zum Außenpool und stand gefühlt in einer Rauchschwade. Dass dort geraucht wird, kann man wohl nicht vermeiden – obwohl ich es schwachsinnig finde, ein Spabesuch hat etwas mit Wellness und damit auch mit der Gesundheit zu tun. Das sollte man besser nutzen! Es gibt auch dezentralere Raucherbereiche, aber die wurden nicht so sehr frequentiert. Klar, vielleicht will man sich als Raucher nicht so ausgegrenzt fühlen. Man kann den Raucherbereich auch umgehen, und dann ist das alles kein Problem.
  5. Bademäntel darf man mitbringen, und genauso bunt ist es dann dort auch. Das ist aber wirklich eigentlich kein echter Kritikpunkt, es ist nur mein persönliches Problem, dass ich weiße Badewäsche am schönsten finde, und das Vabali ist wirklich mit viel Liebe eingerichtet, da stört mich ein FC Barcelona Bademantel einfach.

Also alles in allem, ein toller Ort! Ihr solltet es auf alle Fälle ausprobieren!

Ist das jetzt bezahlte Werbung? Nein!

Und für alle, die jetzt glauben, wir seien für diesen Beitrag gekauft worden, nein, das sind wir nicht. Wir waren im Vabali Spa und es hat uns einfach wirklich gefallen. Wir haben unseren Eintritt und unser Dinner selber bezahlt. Nur die Fotos sind uns von Vabali zur Verfügung gestellt worden. Vielen Dank dafür, liebes Vabali Spa!

Und die Fotos sind aus gutem Grund nicht von uns geschossen worden. Im Vabali soll man übrigens wirklich entspannen und sein Mobiltelefon in der Umkleidekabine lassen – und vor allem keine Fotos machen! Und ich bin total ehrlich, als jemand der ständig online ist und auch gerne online ist: das hat die Entspannung noch viel größer gemacht. Probiert es aus, es ist wirklich Digital Detox. Und wenn Ihr doch etwas auf Instagram posten wollt, ist das kein Problem. In jedem Schrank in der Umkleidekabine ist ein Aufkleber mit einem QR Code – ladet dort einfach Bilder herunter und seid mal einfach alleine mit Euren Gedanken. Das hatte ich schon fast verlernt.


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